Männerbilder - Frauenbilder vom 28.11.07 - 18.1.08
- Rita Erven
-
Vielleicht male ich Bilder von Männern und Frauen, um mir keine Bilder "machen" zu müssen. Männer bewegen sich anders als Frauen. Sie stehen oder sitzen breitbeinig, Frauen schlagen beim Sitzen ihre Beine meist übereinander. Männer nehmen mehr Raum ein als Frauen. Aber spannende Augenblicke entstehen dann dadurch, dass sich Männer wie Frauen bewegen oder umgekehrt. Dass Bilder, die wir haben, immer Wahrheiten enthalten und gleichzeitig falsch sind. Mich interessieren ambivalente Situationen oder Gefühle. Mich interessieren gemalte Momente, die Geschichten provozieren oder Fragen stellen. Bilder können komplexer und widersprüchlicher sein als Sprache. Der Betrachter soll vor meinen Bildern sehr unterschiedliche Empfindungen haben dürfen. Dabei geht es dann sicherlich mehr um das Männer- oder Frauenbild des Betrachters als um meines

-
- Vladimir Sitnikov - Antirecycling
-
Hamlet: Why, may not imagination trace the noble dust of Alexander till a find it stopping a bung-hole?
Im totalen Kaleidoskop des umgebenden visuellen Stroms und der Sinnüberflutung ist heute der Mensch kaum noch im Stande, die aufeinander geschichteten, an ihm vorbeirasenden Bilder wahrzunehmen und zu verstehen. Sie kleben in seinem Kopf zu einem gleichartigen bunten Konglomerat zusammen – dieses "Nichtverstehen", "Nicht-mehr-wahrnehmen-zu können" gefährdet zunehmend seine Souveränität, seine persönliche Ganzheit.
Man darf nicht vergessen, dass unsere Wahrnehmung zu 90% visuell ist. Das Leben ist ein unendlicher Prozess des Recyclings - herstellend, konsumierend und verarbeitend - wie die Geburt, das Leben und der Tod. Die Kunst hilft Bilder zu verstehen und zu retten, sie hat im Laufe der Geschichte dafür ihre Methoden und Technologien herausgearbeitet, das Kunstwerk als Darstellung des Sieges über den Tod und der angehaltenen Zeit wird in Museen konserviert und verwaltet.
Durch Anwendung von traditionellen und gegenwärtigen künstlerischen Techniken, beginnend von Mumienporträts aus dem Fayum, durch Ready-made, Pop-Art und Multiple, wird das Spiel mit dem Bilderkaleidoskop und dem gleichzeitigen Verzicht auf ihn zum Fundament der gegenwärtigen Kunst. Im vorliegenden Projekt verwende ich die archaische Erfahrung des Mumienporträts, welches als Wiederherstellung, Wiedergeburt der Bilder des kulturellen Fetisches in allen Zeiten und von allen Völkern verstanden wurde. Diese Porträtgalerie auf Blechdeckeln, die von der Überarbeitung gerettet wurden, bildet eine Art unendlich ergänzbare Datenbank.

- Kai Jetter
-
Die von mir für die Ausstellung ausgesuchten Bilder, sind verschiedene Bildnisse, die ein paar Dinge gemeinsam haben: sie sind reduziert in der Komposition, in der Farbe, in der Bewegung. Sie sind "langsam" ausgeführt, erst nach Modell, wesentlich aber aus der Erinnerung. Es gibt Porträts, bei denen einige Betrachter einen Mann und andere eine Frau sehen, dieses Ambivalente gefällt mir, auch wenn z.B. nicht klar ist wie die dargestellte Person sich fühlt.


- Jekaterina Werner-Nagrelli
-

Zurück