Maren Schwartzkopf & Andrea Löhrke

"8.3. - 5.4.2009 "

 
Bild von Andrea Löhrke

Andrea Löhrke

 

Meine Arbeiten visualisieren die Reise in ihren vielschichtigen und synonymen Zusammenhängen, neben inneren und äußeren Grenzen. Dabei erscheint sie abstrakt, als Vision vom Anderswosein, konkret oder als gespiegelte Projektion.

Das Bild der Natur - Lebenswichtig und oft erhalten wie im Zoo, findet man sie in Reservaten oder öffentlichen Gärten. Räumlich und zeitlich eingeteilt gleicht der Aufenthalt dort einem persönlichen Grenzgang zu ihrer wilden Ursprünglichkeit. Die Identifizierung des Ortes spielt keine alleinige Rolle; interessant für mich sind seine Eigenart oder auch Nichteigenart, subtile Zeichen und assoziierte Erwartungen. Sie sind der Auslöser, bei der die Gummigrafie* und Fotoarbeit, eingebunden in Holz, PVC oder Metall, Teil des Ganzen wird.

 
Bild Schwartzkopf

Maren Schwartkopf

 

Die Künstlerin Maren Schwartzkopf setzt sich seit 18 Jahren intensiv mit dem Material Ton und seiner Gestaltung auseinander. Wichtig war ihr zunächst das Erlernen des Handwerks, des kunstgerechten Umgangs mit Massen, Glasuren und Techniken. Frühzeitig bekam jedoch auch der frei gestalterische Umgang mit Keramik, das Experimentieren und damit Verlassen klassischer keramischer Techniken Bedeutung. Auseinandersetzung mit und Lernen von Künstlern, Bildhauern und Malern, führte zu einer eigenen Interpretation des Materials. Die Kombination klassischer Oxyd- und Raku-Oberflächen mit zerklüfteten, archaischen Formen und Figuren führte zu den aktuellen Arbeiten, deren Oberflächen durch Auftragen mehrer Schichten spezieller, teils opaker, teils dichter Farbschichten ihren eigenen Charakter erhalten.

Die Keramiken von Maren Schwartzkopf besitzen eine große Ambivalenz. Die weiblichen oder androgynen Gestalten wirken durch ihre Anmut, ihren Stolz anziehend. Trotzdem nehmen sie nicht Kontakt auf, sie blicken nach Innen, nach Fern, sind bei sich und seltsam allein. Sie sind faszinierend und doch unnahbar. Sie sind jung und unendlich alt, stark aus dem Gebrochenen heraus. Melancholisch und doch nicht unglücklich. Wollen nicht gefallen und sind doch Objekte der Attraktion. So muß, wer sich ihnen nähert, mit den widersprüchlichen Gefühlen umgehen, die die Figuren, Bilder und Objekte auslösen. Wie die Charaktere in einem guten Buch erst durch Ihre Vielschichtigkeit interessant werden, so lösen die zarten - und doch bei näherer Betrachtung monumentalen - Wesen je nach Blickwinkel und Seelenspiegel des „Besuchers“ unterschiedliche Assoziationen aus. Wer sich auf sie einläßt kann spüren, dass autophile Stärke und Glück mit biographischem Schmerz - erlebtem Weg, verknüpft sind.